Vergiss die Ernährungspyramide!

Inhaltsverzeichnis

Zeit umzudenken! Das bluzone Ernährungspentagon ist ganzheitlich, individuell, gesund und vor allem lecker! Leite die Revolution ein.

 

Seit 1974, als die erste Lebensmittelpyramide in Schweden erschien, wurden dreieckige oder pyramidenförmige Ernährungsratgeber von 25 weiteren Ländern und Organisationen verwendet.

Interessanterweise ist ein konsistentes Muster in den Lebensmittelpyramiden rund um den Globus, von der chinesischen Lebensmittelpagode bis zur griechischen Lebensmittelpyramide, das Auftreten von Getreide, Körnern, Brot, Nudeln und anderen stärkehaltigen Kohlenhydraten als Basis der Ernährung – und Fetten nahe der Spitze der Pyramide, unter der Kategorie “sparsamer Gebrauch”.

Aber diese Art von Pyramide kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Schließlich hat sich in Studien gezeigt, dass Nahrungsfett aus gesunden Quellen tatsächlich dazu beiträgt, die Gewichtsabnahme zu steigern, das Risiko für Herzerkrankungen zu senken, den Blutzucker zu reduzieren, den Cholesterinspiegel zu senken und die ordnungsgemäße Gehirnfunktion (insbesondere bei Kindern) aufrechtzuerhalten. Dabei geht es hier nicht darum, Kohlenhydrate zu verteufeln, doch eine nicht essenzielle Makronährstoffgruppe als Basis einer Ernährung auszulegen macht einfach absolut keinen Sinn. Weniger Kohlenhydrate im Vergleich zur Standardernährung würden uns allen guttun.

 

Weitere Probleme

Die Probleme hören nicht mit den überwiegend “kohlenhydratreichen, fettarmen” Empfehlungen der meisten Lebensmittelpyramiden auf:

  • Verarbeitete Supermarktartikel (kommerzialisierte Brotwaren, stark verarbeitete Milchprodukte) werden ohne Bedacht auf die Qualität in eine Kategorie geschoben wie naturbelassene Lebensmittel oder zumindest solche, die einen gesundheitlichen Vorteil liefern (Sauerteigbrot, selbstgemachter Kefir).
  • Milchprodukte sind extrem überbetont – obwohl Kalzium wichtig ist, geht es am Ende des Tages um die Kalzium-Balance, d.h. wie viel Kalzium wurde aufgenommen, aber noch entscheidender, wie viel Kalzium musste der Körper aus dem Körper (den Knochen) ziehen, um Mikronährstoffungleichgewichte auszugleichen.
  • es gibt keine Unterscheidung zwischen “guten Proteinen” und “schlechten Proteinen”, “guten Kohlenhydraten” und “schlechten Kohlenhydraten” oder “guten Fetten” und “schlechten Fetten”.
  • und die Mindestmenge an Früchten beträgt 2-4, was eine großartige Möglichkeit ist, Deinen Blutzuckerspiegel den ganzen Tag auf eine Achterbahnfahrt zu schicken, wenn Du nicht vorsichtig bist.

 

Darüber hinaus haben wir, wenn es um die deutsche Lebensmittelpyramide geht, kaum an der Oberfläche gekratzt, wie Lebensmittel- und Landwirtschaftsinstitutionen Lobbyarbeit und politische Macht auf die DGE ausüben können, um subventionierte Industrien wie Milchprodukte und Weizen als stark hervorgehobene Empfehlungen darzustellen und zu priorisieren.

 

Wie sollte also eine gute Lebensmittelpyramide eigentlich aussehen?

An der Stelle wird es Zeit umzudenken und uns von der Pyramide als optimale Darstellungsform einer Ernährungsempfehlung zu verabschieden. Dafür haben wir das bluzone Ernährungspentagon geschaffen, welches die aktuelle Wissenschaft, Qualität der Lebensmittel, einen reichen Erfahrungsschatz aus einem Jahrzehnt Coaching, Genuss und individuelle Präferenzen berücksichtigt.

Um Dir die praktische Anwendung des bluzone Ernährungspentagons zu erleichtern, haben wir auch eine ausführliche Auflistung jeder Lebensmittelkategorie und der Lebensmittelaufteilung innerhalb jeder Kategorie beigefügt, so dass Du Deine Liste theoretisch sogar einfach ausdrucken kannst, mitnehmen und in den Lebensmittelladen oder auf den Bauernmarkt damit gehen kannst.

Das Pentagon gibt dir ein Verständnis dafür, welche Lebensmittel die Grundlage der bluzone-Ernährung ausmachen und dementsprechend vom Teller in den Magen wandern sollten. Du verstehst auch, welche Quellen innerhalb einer Lebensmittelgruppe zum größten Teil verzehrt werden sollten, welche in moderaten Mengen auf dem Speiseplan stehen und welche Du vermeiden solltest.

Lass uns eins klarstellen: Es geht nicht um absolute Verbote. Eine Ernährungsform, die bestimmte Lebensmittel oder gar Lebensmittelgruppen verteufelt, ist zum Scheitern verurteilt. Machen wir uns nichts vor – früher oder später wirst Du Dich den verbotenen Früchten hingeben. Adam und Eva haben es vorgemacht, es liegt in unserer Natur.

 

Vergiss die Ernährungspyramide

Je nachdem, welchen Stellenwert Deine Gesundheit und Deine Zielsetzung für Dich haben, wirst Du die nötige Konsequenz an den Tag legen und Lebensmittel, die Du weitestgehend vermeiden solltest, werden dann nur zehn Prozent Deiner Ernährung ausmachen oder eben 30 Prozent. Du definierst die individuelle Umsetzung und damit die Ergebnisse.

Die Basis für diese Aufteilung liegt an den ernährungsphysiologischen Vorteilen, die wir aus bestimmten Lebensmitteln beziehen können und aus anderen eben nicht. Dabei stehen die Unterstützung eines gesunden und leistungsfähigen Geistes und Körpers, die Aufrechterhaltung einer starken Mikrobiota und der Genuss am Essen im Vordergrund. Sämtliche Lebensmittel, die Du im kleinsten Feld findest, bieten Dir kurzzeitig nur letzteres. Dies mag auch ausreichend sein und ist definitiv Grund genug, um auch mal Fast Food zu genießen, aber unser Essen kann so viel mehr als das!

 

Das Ernährunsgpentagon

 

 

 

Wer braucht schon Margarine?

Du wirst nicht alle Lebensmittel in unserem Pentagon wiederfinden. Du wirst dafür alle Lebensmittel wiederfinden, die es wert sind, erwähnt zu werden. Du wirst also nichts von „dem guten Zeug“ verpassen. Abgesehen von den Lebensmitteln im kleinsten Feld gibt es solche, die wir einfach nicht brauchen und die nicht auf unserem Speiseplan stehen sollten. Das Gute ist, dass Du bei diesen Lebensmitteln keinen nagenden Verzicht spüren wirst. Oder kannst Du ohne Margarine nicht leben? Wer braucht dieses künstlich hergestellte Zeug, wenn er Butter nutzen kann? Ziehst Du abgepackten Schinken aus dem Supermarkt einem Steak vom Bauern Deines Vertrauens vor? Wieso Toastbrot, wenn Du ein gutes Sauerteigbrot genießen kannst? Und brauchst Du wirklich Ananas aus der Dose, wenn Du auf frisches Obst setzen kannst? Wir hoffen nicht. Dementsprechend kannst Du davon ausgehen, dass sämtlichen Lebensmitteln, die hier nicht auftauchen, kaum Beachtung geschenkt werden sollte. Sie sind einfach nicht für uns Menschen gemacht.

 

Mengen und Verhältnisse

Das Pentagon definiert einen wichtigen Aspekt der Lebensmittelauswahl: die Qualität. Das heißt, Du kannst ablesen, was „gut“ und „weniger gut“ ist und so verhältnismäßig mehr oder weniger aufgenommen werden sollte.

Die zweite Seite der Medaille ist die Quantität, also die Menge an Nahrung. Dies ist basierend auf der Qualität der entscheidende Aspekt, der Deine Individualität mit einer einzigartigen Körperkomposition, genetischer Veranlagung, Zielsetzung, Geschmackspräferenz, Gesundheitszustand und Umsetzungsfähigkeit in Betracht zieht. Wir greifen dieses Thema ausführlich im Gesundheitskompass auf, an dieser Stelle wollen wir nur ein grobes Gefühl für die Mengen der Lebensmittel(-gruppen), vor allem in Relation zueinander, geben.

  • Gemüse: vier bis fünf Portionen pro Tag
  • Proteine: zwei bis vier Portionen pro Tag
  • Fette: zwei bis vier Portionen pro Tag
  • Nicht-gemüsebasierte Kohlenhydrate: ein bis zwei Portionen pro Tag
  • Früchte: ein bis zwei Portionen pro Tag
  • Kräuter, Gewürze, Süßungsmittel: nach Bedarf

 

Ausreichend Schmiermittel vorhanden?

Wie Du dem Pentagon entnehmen kannst, stellt die Grundlage für jegliche Ernährungsdebatte unser Wasserhaushalt dar. Hier solltest Du abgesehen von der Differenzierung, welche Flüssigkeiten häufig, moderat und selten aufgenommen werden, eine zweite Aufteilung vornehmen, die einzig Deine bewusste Wahrnehmung schulen soll. Wenn Du Dir die Auflistung anschaust, wirst Du feststellen, dass einige Flüssigkeiten, allen voran die Grundlage für sämtliches Leben, nämlich Wasser, keine Energie mit sich bringen, wohingegen Mandelmilch eine Kalorienquelle darstellt und als Fettquelle genutzt werden kann. Dementsprechend kann sich die Zielsetzung, die Du damit erreichen willst, unterscheiden: Mit Erstgenanntem optimierst Du Deinen Wasserhaushalt, alles andere dient als Genussmittel, verfeinert Essen als Grundlage für eine Sauce und dient als wertvolle Fettquelle.

 

Das sollte um jeden Preis hängengeblieben sein:

  • Je kürzer die Zutatenliste eines Lebensmittels ist, umso besser.
  • Setze auf unverarbeitete, natürliche Lebensmittel. Wenn diese organisch, saisonal, regional, eventuell Bio sind, umso besser.
  • Trink mindestens 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.
  • Die größte Portion auf dem Teller sollte immer Gemüse darstellen.
  • Ernähre Dich so vielfältig wie möglich. Je bunter desto besser. Beachte potenzielle Allergien und Unverträglichkeiten.
  • Iss Lebensmittel, nach denen du Dich gut fühlst.
  • Sei mutig und probiere neue, sehr gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel aus.
  • Geh einkaufen, koche selbst, lass Dir beim Essen Zeit – setze Dich mit Lebensmitteln und Deiner Ernährung bewusst auseinander.
  • Gib Deinem Verdauungstrakt ausreichend Ruhezeiten zwischen den Mahlzeiten (> vier Stunden).

 

 

Share on facebook
Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email

3 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Miszek Damer

Miszek Damer

31 Jahre, Ökotrophologe, Gründer der bluzone und Director of Human Optimization

Erfahre mehr über die Bluzone

21 Gründe für echte Lebensmittel

Echte Lebensmittel sind besser als Supermarktartikel! Wir geben Dir 21 Gründe, die diese Aussage untermauern;)   Echte Lebensmittel statt Supermarktartikel Echte Lebensmittel sind Lebensmittel, die

Der Leitfaden für gesundes Essen

Gesund Essen funktioniert! Doch was bedeutet das überhaupt? Finde in diesem Artikel heraus, wie Du als Individuum gesund isst.   Der endgültige Leitfaden für gesundes

Vielen Dank!

Vielen Dank für Deine Zeit und das Interesse an einer
persönlichen Betreuung. Willkommen in der bluzone!